Arbeiten im Sommer: Mit Trinken der Hitze begegnen
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dresden beschäftigt sich Dr. Kersten Bux in erster Linie mit Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. In den Sommermonaten können Hitze und stehende Luft massive Auswirkungen im Job haben. Studien belegen ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko an heißen Tagen.
Frage: Alle lieben den Sommer. Doch an manchen Tagen kann es im Büro, in Werkhallen, im Auto oder beim Arbeiten im Freien extrem heiß werden. Wie kann man dennoch fit bleiben?
Dr. Kersten Bux: Länger anhaltende, hochsommerliche Temperaturen sollten nicht einfach ignoriert werden. Wer sich nicht dagegen schützt und nicht genügend trinkt, riskiert Kreislaufprobleme und schlimmstenfalls sogar einen Hitzschlag. Insbesondere Arbeitnehmer, die bereits unter Herz-Kreislauferkrankungen leiden, sind besonders gefährdet.
Frage: Sind hohe Temperaturen am Arbeitsplatz generell problematisch?
Dr. Kersten Bux: Selbstverständlich - auch bei gesunden Menschen lässt die Reaktionsfähigkeit bei Temperaturen über 30 Grad stark nach und das Risiko von Arbeitsunfällen steigt. Bei einem Dauerhoch ist deshalb besondere Vorsicht am Arbeitsplatz geboten.
Frage: Was kann man also betroffenen Arbeitnehmern raten?
Dr. Kersten Bux: Diejenigen, die im Freien arbeiten, sind durch hohe Temperaturen und wolkenfreien Himmel gefährdet.
Wenn es irgend geht: Raus aus der prallen Sonne! Aber auch im Schatten ist man vor der ultravioletten Strahlung nicht vollständig geschützt. Schwere körperliche Arbeit sollte in die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verlegt werden. Zusätzlich sollte man kurze Pausen von ca. zehn Minuten einlegen und ggf. mit einem Aufenthalt oder leichter Tätigkeit in kühleren Bereichen verbinden.
Generell sollte man helle Kleidung tragen und Gesicht und Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Und vor allem: Wer körperlich arbeitet, muss besonders viel trinken. Richtwert für die Menge ist hierbei das eigene Körpergewicht, und zwar 300 Milliliter pro zehn Kilogramm. Das wären bei 80 Kilo rund zweieinhalb Liter. Bei tagelanger Hitze sollte die Menge aber lieber darüber liegen. Wichtig ist, schon zu trinken, bevor man Durst bekommt. Bewährte Durstlöscher sind neben Mineralwasser die variantenreichen Kräuter- und Früchtetees. Diese lassen sich auch gekühlt sehr gut mitnehmen. Einfach zu Hause siedend heiß aufgießen, abkühlen lassen, kurz ins Gefrierfach stellen und dann in eine bzw. mehrere Thermoskanne(n) füllen.
Frage: Was empfehlen Sie der arbeitenden Bevölkerung, die bei Hitze im Büro sitzen muss?
Dr. Kersten Bux: Leider kann einem auch im Büro durch hohe Temperaturen schwindelig werden. Dann steigt der Puls und der Blutdruck fällt ab. Rötungen im Gesicht und starkes Schwitzen sind ein Warnsignal. Es empfiehlt sich, an solchen Tagen legere Kleidung zu tragen. Hilfreich gegen die stehende Luft können auch Ventilatoren sein. Jalousien runter, Fenster und Türen auf - das sorgt für einen guten Luftaustausch. Besonders die Durchlüftung in den Nacht- oder frühen Morgenstunden hilft, das Büro kühl zu halten. Vorsicht mit Klimaanlagen: Wird eine Klimaanlage zu kalt eingestellt, kann man sich leicht erkälten - also am besten auch aus Kostengründen nicht mehr als 5-6 Grad unter der Außentemperatur.
Um einem Hitzekollaps beim Arbeiten drinnen vorzubeugen, gilt auch hier: regelmäßig und ausreichend trinken und nur leicht essen. Salate und Obst belasten den Magen nicht und enthalten viel Flüssigkeit. Bei Mineralwasser und Kräuter- und Früchtetee sollte man allerdings auf die Beigabe von Eiswürfeln unbedingt verzichten, denn durch die plötzliche Kühle ziehen sich die Blutgefäße zusammen und das kann leicht zu Magenbeschwerden führen. Statt dessen empfiehlt sich die Herstellung von kühlem Eistee oder direkt warme Getränke zu sich zu nehmen, da diese sich ebenfalls eignen bei Wärme den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen.
Übrigens, auch bei Hitze kann etwas Bewegung nicht schaden! Man sollte zwischendurch mal aufstehen, sich auf die Zehenspitzen stellen und die Wadenmuskulatur anspannen, das hält den Kreislauf in Schwung.
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