Der Duft von Weihnachten
Die Kerzen brennen, der Adventstee steht auf dem Stövchen und durch das ganze Haus verbreitet sich der unverkennbare Duft von Weihnachten. Ob Gebäck, Punsch oder Tee - Gewürze wie Vanille, Zimt, Kardamom oder Anis dürfen in der Festzeit nicht fehlen, sie vermitteln unserer Nase und unserem Gaumen die "weihnachtliche Note".
Würze für Nase & Gaumen
Dass Geruch und Geschmack zusammengehören, weiß jeder, der schon einmal mit einem Schnupfen vor seinem Lieblingsessen saß und enttäuscht über den entgangenen Genuss war. Ohne Gerüche wäre die Welt nur halb so bunt, denn sie wecken Erinnerungen und lösen unmittelbar Gefühlsregungen aus. Und sie machen Appetit, so dass einem bei einem leckeren Duft buchstäblich das Wasser im Munde zusammenläuft. Weihnachtsduft, so wie er z.B. von den verschiedenen köstlich gewürzten Advents-, Weihnachts- und Wintertees verströmt wird, wärmt schon bei der Zubereitung die Seele und versetzt in sentimentale Stimmung. Gewürze sind also nicht nur aus kulinarischer Sicht von Bedeutung. Sie faszinierten den Menschen seit jeher und prägten den Lauf der Geschichte. Zudem wurden ihnen sogar auch magische und aphrodisierende Kräfte zugesprochen. Aber welche Gewürze sind es eigentlich, die uns heute den typischen Weihnachtsduft und -geschmack ins Haus zaubern?
Nicht einerlei, sondern neunerlei
Angelehnt an das "Neunerlei", dem traditionellen Heiligabendessen, das z.B. in Sachsen zu den Bräuchen gehört und bei dem man mit einer Vielzahl von Speisen gut vorbereitet ins neue Jahr gehen sollte, spricht man auch von neunerlei Gewürzen. Gemeint sind damit die neun Klassiker, die zum unverkenn-baren Weihnachtsaroma und -duft gehören: Anis, Ingwer, Kardamom, Zimt, Piment, Muskat, Koriander, Fenchel und Gewürznelke.
Gewürze im Tee - gut für alle Fälle
Neben dem besonderen Geschmack und Duft gehen von vielen dieser Gewürze auch wohltuende Wirkungen aus. Eine Tasse Weihnachtstee ist also nicht nur ein Fest für die Sinne, sie kann auch dazu beitragen, die Feiertage voll und ganz zu genießen. So regt das ätherische Zimtöl den Magen- und Darmtrakt an. Es lindert z.B. krampfartige Beschwerden bei Völlegefühl - in der Weihnachtszeit ja nicht eben selten - und hilft außerdem gegen Appetitlosigkeit. Koriander, eines der ältesten Kulturkräuter, ist ebenfalls wohltuend bei Störungen im Magen- und Darmbereich und soll auch noch beruhigend auf die Nerven wirken.
Das ätherische Öl des Anis gilt wiederum als schleimlösend und wirkt lindernd bei Erkältungserkrankungen. Nelkenöl hat wegen seiner schmerzstillenden Wirkung seit jeher Tradition in der Zahnmedizin. Dem verdauungsfördernden Ingwergewächs Kardamom wird gleich noch eine besonders festtagsfreundliche Wirkung zuge-sprochen. Er soll mit Hilfe seiner entgiftenden Enzyme den Kater einer durchzechten Nacht vertreiben. Und wen mal der Weihnachts-Blues erwischt, dem hilft der in den würzig-weihnachtlichen Tees enthaltene Muskat, der neben vielen anderen positiven Eigenschaften nervenberuhigend und stimmungserhellend zugleich ist.
Von gestern bis übermorgen aktuell
Weihnachtstee ist also mehr als nur ein köstlich wärmendes Getränk. Die neun Gewürze der Weihnachtszeit haben ihre traditionelle Bedeutung, sie tun Körper und Seele einfach gut und werden sicher noch viele Küchentrends überdauern.
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