Die Geschäftsführerin der WKF, der Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee e.V. in Hamburg, Frau Dr. Monika Beutgen, liebt die Abwechslung. Diese findet sie in ihrer Arbeit tagtäglich vor, denn fast 300 unterschiedliche Pflanzen und Pflanzenteile werden zur Herstellung von Kräuter- und Früchtetees verwendet. Sie bieten unendlich viele Möglichkeiten, wohlschmeckende Eisteevarianten zu kreieren, die nicht nur im Sommer ein erfrischend-gesunder Durstlöscher für Groß und Klein sind. Frau Dr. Beutgen gibt einen kleinen Einblick in die Geschichte und die Besonderheiten des Eistees.
Frage: Zur "Erfindung" des Eistees gibt es eine schöne Geschichte. Was soll sich damals abgespielt haben?
Dr. Monika Beutgen: Eistee wurde 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis/Missouri, USA, erfunden. Der Brite Richard Blechynden, der damals für den Ausstellungsstand der Teehändler zuständig war, sollte die Amerikaner von indischem Schwarztee überzeugen. Bisher kannte man in diesen Breitengraden lediglich Grüntee. Das war allerdings an diesem Tag, an dem hochsommerliche Temperaturen herrschten, ein schwieriges Unterfangen: Niemand interessierte sich für den heißen Tee. Da kam Blechynden die geniale Idee, den fertig aufgebrühten Tee über Eiswürfel zu gießen: Der "Iced Tea" war kreiert. Noch auf der Weltausstellung fand er reißenden Absatz.
Frage: Wie ging es danach weiter?
In der Folge entwickelte sich der "Iced Tea" (ob Schwarz- oder Kräuter- und Früchtetee) zu einem beliebten Getränk in den USA. In Europa kam man erst ab den 1990er Jahren, sicherlich auch als Folge der allgemeinen Wellness-Bewegung, auf den gesunden Genuss des selbst aufgegossenen Kräuter- und Früchte-Eistees. Im Gegensatz zu den Fertiggetränken waren hier dem Variantenreichtum und der
Geschmacksvielfalt keine Grenzen gesetzt und jeder konnte sich seine persönliche Lieblingsmischung der erfrischenden Früchtchen zusammenstellen.
Frage: Was genau versteht man unter Eistee? Für viele Verbraucher ist damit immer noch abgekühlter/erkalteter Kräuter- und Früchtetee gemeint?
Eistee ist nicht einfach kalter Tee. Beim Eistee wird das Prinzip der modernen Tiefkühlung genutzt: Durch schockartiges Abkühlen bleiben das ganze Aroma der Früchtemischung und vor allem auch die Wirkstoffe des Tees erhalten. Pur genossen ist er zudem kalorienfrei und somit ein gesunder und bekömmlicher Durstlöscher - vor allem im Sommer.
Frage: Von welchen Altersgruppen wird Kräuter- und Früchte-Eistee hier bevorzugt?
Er findet mittlerweile in allen Altersgruppen viele Liebhaber. Dabei wird vor allem die geschmackliche Vielfalt geschätzt, die Eistees aus Kräutern und Früchten bieten. Kinder lieben abwechslungsreiche Getränke besonders und haben viel Spaß daran, die verschiedenen Sorten zu mischen, mit Früchten daraus eine Bowle zu mixen und sich so ihr ganz eigenes Lieblingsgetränk zu kreieren.
Frage: Welche Sorten empfehlen Sie für die Eisteezubereitung?
Man kann die unterschiedlichsten Kräuter- und Früchteteesorten nehmen, es gibt viele wohlschmeckende und raffinierte Rezepte. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Sehr erfrischend und wohltuend als Basis ist zum Beispiel die Pfefferminze. Aber auch fruchtigere Mischungen sind kalt genossen ein Highlight bei hohen Temperaturen.
Frage: Worauf sollte man bei der Zubereitung achten?
Selbst gemachten Eistee erhält man ganz einfach und schnell in drei Schritten:
- Den Kräuter- oder Früchtetee mit der doppelten Menge aufbrühen.
- Dies ist besonders wichtig, da das Getränk ja vom schmelzenden Eis verdünnt wird.
- Ein Gefäß bis zum Rand mit Eiswürfeln füllen.
Den heißen Kräuter- oder Früchtetee über die Eiswürfel in das Gefäß gießen (es bleibt garantiert heil!). Durch die schockartige Abkühlung ist der Eistee sofort trinkfertig und sollte dann am gleichen Tag genossen werden.
Und unbedingt beachten: Den Eistee ausschließlich mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, um wie bei allen Naturprodukten möglicherweise enthaltene Keime - auch krankheitserregende - sicher zu beseitigen.
Frage: Welche Tipps haben Sie, wenn man den Eistee nicht nur pur trinken möchte?
Eistee schmeckt auch sehr gut in der Mischung mit Fruchtsäften wie Orangensaft, Ananassaft oder Multivitaminsaft. Besonders raffiniert und dekorativ ist die Kombination, wenn man die Säfte als Eiswürfel einsetzt. Je nach Geschmack und Anlass kann der Eistee auch mit Zucker und Zitrone angereichert oder mit Gin, Cognac oder Campari zu einem tollen Longdrink gemixt werden.