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Jahrtausendalte Trendsetter

Hintergründiges über Kräuter- und Früchtetees


Kräuter- und Früchtetees sind heute aus deutschen Tassen nicht mehr wegzudenken. Aufgrund eines sensibleren Gesundheitsbewusstseins der Verbraucher in den achtziger Jahren kam es zu einem regelrechten Kräuter- und Früchtetee-Boom. Mit den Wellness-Aspekten, gesundheitsorientierten Zusatznutzen und nicht zuletzt dem unvergleichlich aromatischen Geschmack setzte sich das vielfältige Aufgussgetränk dann schnell als ein Topfavorit auf der Getränkehitliste durch.

 

Früh erforscht und erfasst

Dabei ist die Geschichte der leckeren Kräuter- und Früchtetees buchstäblich uralt. Bereits vor etwa 7000 Jahren begegnete man Kräuter- und Früchtetees. Die Sumerer verewigten ihr Wissen um die Kräuter mit Keilschrift auf Tontafeln. Chen Nung, der chinesische Kaiser und legendäre Entdecker des grünen Tees, gilt als der Vater der Arzneimittelkunde. Er listete schon 2700 v. Chr. 365 Heilpflanzen und deren Wirkung auf. Und der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides beschreibt in seinem im 1. Jahrhundert n.Chr. entstanden Werk "De materia medica" ("Über Arzneien") 600 Heilpflanzen, die zur medizinischen Teeherstellung geeignet sind. Die Kräuterkundigen waren jedoch nicht immer so mitteilungsfreudig. Zu allen Zeiten gab es "Eingeweihte", die ihre Erkenntnisse nur von einer Generation auf die nächste weitergaben.

Schon die alten Weisen wussten

Die wohltuende Wirkung der Kräuter und Früchte wurde im Laufe der Jahrtausende auf allerlei bemerkenswerte und merkwürdige Weisen eingesetzt. Neben der Linderung von körperlichen Beschwerden standen bestimmte Kräuter und Früchte in dem Ruf, den Geist für spirituelle Einsichten zu öffnen. Auch wurden sie gern für religiöse Riten verwendet. Heilkundige wie Druiden, Medizinmänner und Hexen setzten sie sogar für magische, religiöse und gesundheitliche Zwecke zugleich ein. Viele Kräuterbücher des Mittelalters berichten davon, dass eine Reihe von Kräutern den Teufel und böse Geister vertreiben würden. Wahre Pionierarbeit wurde indessen in den Klöstern geleistet. Mönche und Nonnen befaßten sich besonders intensiv mit der Wirkung und Verwendung von Heilpflanzen. Als große Persönlichkeit der Heilkunde gilt nach wie vor die Äbtissin und Theologin Hildegard von Bingen (1098-1179), die in ihren naturkundlichen Büchern die Heilwirkung von vielen Kräutern beschreibt.

Reiner Genuss

Die Verwendung der Kräuter und Früchte - pur oder gemischt - als Getränk zu reinem Genusszweck wurde gerade in der jüngeren Geschichte neu entdeckt. Die Versorgungsengpässe bei Kaffee und Tee in Krisenzeiten führten dazu, dass einheimische Kräuter und Früchte für Aufgußgetränke verwendet wurden. In den fünfziger Jahren begann Hibiskustee den bis dahin allgemein üblichen Malzkaffee als Durstlöscher abzulösen. Heute finden Kräuter- und Früchtetees sowohl als Lebensmittel als auch als Arznei nebeneinander breite Verwendung.

 

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