Der rotbraune Südafrikaner: Rooibos-Tee
Vom Geheimtipp zum Shooting-Star: So lässt sich die Karriere des Rooibos- oder Rotbusch-Tees bisher zusammenfassen. Und die Zahl der begeisterten Genießer wächst ständig weiter - besonders in Deutschland, wo sich dieser Tee immer größerer Beliebtheit erfreut. 1999 war die Bundesrepublik mit 1.000 Tonnen das größte Importland, in diesem Jahr wird der Absatz voraussichtlich auf 1.400 Tonnen steigen. Damit ist Deutschland dem Trend voraus, denn lediglich in seiner Heimat Südafrika wird mit 3.500 Tonnen (gut 60 Prozent des Gesamtabsatzes) mehr Rooibos-Tee verkauft.
Im Geschmack lässt sich der rote Südafrikaner mit kaum einem anderen Teegetränk vergleichen. Wegen seiner natürlichen Süße trinken ihn viele Menschen gern pur - ohne Zucker oder Süßstoff. Dazu trägt auch die weiche, feine Mischung aus vanilleähnlichem, blumig-aromatischem Duft und Geschmack bei. Da Rooibos-Tee frei von Koffein bzw. Tein ist, kann man ihn den ganzen Tag über genießen - auch abends zur Entspannung. Er beinhaltet kaum Gerb- bzw. Bitterstoffe, dafür aber viele Mineralien, Spurenelemente und Vitamine.
Anspruchsvoll: nicht ohne Meer UND Berge
Nur im milden Seeklima der Kap-Region Südafrikas gedeiht die besondere Buschweidenart mit ihren nadelartigen Blättern. Die Engländer nannten sie Red bushwillow, durch den Einfluss der aus Holland stammenden Buren wurde Rooibos oder Rooibusch daraus, zu deutsch Rotbusch. Südafrika ist nach wie vor der einzige Produzent von Rooibos-Tee, denn die Pflanze stellt spezifische Ansprüche an die klimatischen Bedingungen und Höhenlagen. So wächst Rooibos nur in tiefen, leicht sauren Sandböden, die Wasser zügig ablaufen lassen, und nur in Höhenlagen über 450 Metern.
Von der Pflanze in die Packung
Um 1930 begann man, die ursprünglich wild wachsende Pflanze zu kultivieren und industriell zu verarbeiten. Die erste Ernte kann etwa zwei Jahre nach dem Anpflanzen erfolgen. Nach drei bis vier Ernten muss der Ackerboden für vier Jahre brachliegen. Mit modernen Methoden ernten die Plantagenarbeiter die feinen, nadelartigen Blätter des Strauchgewächses. Sie werden geschnitten und angefeuchtet, dann folgt das Fermentieren, ein Oxydationsprozess (Verbindung mit Sauerstoff), der eine Veränderung der Pflanzenteile bewirkt. Während der Fermentation und der anschließenden schonenden Trocknung entwickelt sich die spezielle, rotbraune Farbe und das außergewöhnliche Rooibos-Flair.
Die gesunde Mineralquelle
Rooibos-Tee wird eine beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem nachgesagt und er ist deshalb auch ein beliebtes Hausmittel. Er versorgt den Körper mit Mineralien und fördert aufgrund seines Fluorgehaltes sogar die Zahngesundheit. Eine Tasse Rooibos-Tee (3 Gramm Tee auf 200 Milliliter Wasser) enthält 0,07 mg Eisen, 0,22 mg Fluor, 7,12 mg Kalium, 1,09 mg Kalzium, 0,07 mg Kupfer, 1,67 mg Magnesium, 0,04 mg Mangan, 6,16 mg Natrium und 0,04 mg Zink1).
Zubereitung mit Varianten und Versionen
Pro Tasse einen gestrichenen Teelöffel Rooibos in ein Teesieb füllen, mit kochendem Wasser übergießen und 3 - 5 Minuten ziehen lassen. Die Ziehzeit beeinflusst die Intensität von Farbe und Geschmack; "stärker" wird der Tee nicht, da er ja kein Koffein enthält. Rooibos verändert sich kaum, wenn er erkaltet oder länger steht. Zur Verfeinerung eignen sich Zucker, Honig, Süßstoff, Milch, Zitrone oder Rum. Im Mix mit Fruchtsäften ergibt kalter Rooibos-Tee herrliche Drinks. Aromatisierte Varianten - z. B. für die Adventszeit mit Weihnachtsgewürzen - sorgen für noch mehr Abwechslung. Ein Tipp für kalte Tage: Mit heißem Orangensaft (mit Frucht) und Rooibos im Verhältnis 1 : 1 erhalten Sie einen vorzüglichen Punsch.
Rooibos macht Karriere
Aufgrund seines Geschmacks und seiner mittlerweile gut erforschten wohltuenden Wirkungen gilt Rooibos-Tee als ausgesprochen zukunftsträchtig. In Teegeschäften ist der südafrikanische Exportschlager bereits ein gefragtes Trendprodukt. Experten sind sich sicher, dass der Exot auch bei uns immer mehr Liebhaber finden und seinen Siegeszug fortsetzen wird.
PS: Rooibos lässt sich zum Färben verwenden, z. B. für eine leichte Haartönung. Sowohl der Tee als auch die "gebrauchten" Blätter sind im übrigen ein guter Blumendünger.
1) Quelle: Dr. Jörg Zittlau; Rotbuschtee für Gesundheit und Schönheit; W. Ludwig Buchverlag, München 1998, ISBN 3-7787-3691-4
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