Pfefferminze für höchste Genüsse
Mit Pfefferminztee verbindet die Deutschen eine heiße Liebe. Schon seit Jahren ist der Frische der meistgetrunkene Kräutertee, allein in 2006 genossen die Bundesbürger rund 408 Millionen Liter. Der größte Teil der Pfefferminze stammt aus dem Ausland. Aber mittlerweile ziert die aromatische Pflanze auch wieder öfter unsere Felder. Immer mehr deutschen Landwirten bietet der Kräuteranbau die Perspektive, sich am Markt mit besonderen, hochwertigen Produkten zu behaupten.
Grüne Frische aus Fernost
Ursprünglich war die Pfefferminzpflanze ein fernöstliches Gewächs, das vorwiegend in China und Japan wuchs. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts gelangte sie über Nordafrika, Südeuropa und England auch nach Deutschland. Bei Bauchschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden gilt eine Kanne Pfefferminztee seit Jahrzehnten als Wohltat. Heutzutage kennt jeder den würzig-frischen Duft des wohltuenden Heißgetränks.
Der Anbau von Pfefferminze hat in Deutschland eine lange Tradition. Steigende Industrialisierung und vermehrter Anbau im Ausland führten zu Beginn des letzten Jahrhunderts jedoch zu einem Rückgang ihrer landwirtschaftlichen Bedeutung. Die Hauptanbauregionen für den hiesigen Bedarf sind heute Süd- und Osteuropa. Seit Mitte der achtziger Jahre ist die Pfefferminzekultur hier zu Lande wieder zunehmend, unter zur Hilfenahme moderner Ernte- und Verarbeitungsmethoden. Die Anbaufläche beträgt in Deutschland zur Zeit ca. 400 Hektar und befindet sich zum größten Teil in Thüringen, der Pfalz und Bayern.
Anspruchsvoller Anbau
Der Anbau der Pfefferminze verlangt neben guter Bodenbeschaffenheit auch einen arbeitsreichen Einsatz. Die hier kultivierte Pflanze (Mentha piperita) ist eine Kreuzung aus drei verschiedenen Minze-Arten, der Roßminze, der rundblättrigen Minze und der Wasserminze. Eine Besonderheit von Mentha piperita ist, dass die Vermehrung nicht über Samen, sondern aufwendig über Wurzelstecklinge, d.h. oberirdisch wachsende Pflanzenausläufer, erfolgt.
Ab Anfang Mai treiben die Pflanzen aus. Die krautartige, intensiv duftende Pflanze hat einen verzweigten Stängel, der zwischen einem halben und einem Meter hoch wächst. Er trägt lanzenförmig zulaufende Blätter und im August dunkelviolette Blüten.
Qualität für Aromenreichtum
Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Erhalt des Aromas der Pfefferminze. Dabei spielt sogar die Tageszeit eine Rolle. So darf die Pflanze zum Beispiel nicht nass sein, wenn sie eingebracht wird. Außerdem ist darauf zu achten, dass nur soviel geerntet wird, wie man auch trocknen kann, da das Stapeln grüner Ware die Qualität mindern würde.
Früher wurde mit dem Messer geschnitten, später dann vor allem maschinell. Sind die Pflanzen erst einmal geschnitten, müssen sie so schnell wie möglich weiterverarbeitet werden. Nach Durchlaufen der Häckselmaschine werden in der so genannten Windmühle die Stängel von den Blättern getrennt. Stängel, die noch Blätter haben, werden ein zweites Mal gehäckselt und windgefegt. Während früher die Trocknung der Pflanzen auf Scheunenböden erfolgte, ging man später dazu über, die Minze in Hallen auf Horden - in Lattengestelle eingeschobene Drahtgitter - zu trocknen. Heute geschieht die Trocknung u.a. mittels Bandtrockner, die für eine schonende und Aroma erhaltene Verarbeitung sorgen.
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