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Trinkfit-Studie

www.trinkfit-mach-mit.de

Wasserspender in der Schule helfen gegen Übergewicht

Grundschulkinder werden seltener übergewichtig, wenn in ihrer Schule ein Wasserspender steht und die Lehrer regelmäßigen Wasserkonsum ausdrücklich propagieren. Zu diesem Ergebnis kommt die „Trinkfit – mach mit!“-Studie des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE). An der Studie nahmen knapp 3.000 Grundschulkinder aus den Städten Essen und Dortmund teil.

 

Bei dieser im Schuljahr 2006/2007 durchgeführten Studie handelt es sich um eine sogenannte kontrollierte Interventionsstudie. Mit ihr sollte überprüft werden, ob verbesserte Trinkgewohnheiten bei Grundschulkindern der Entstehung von Übergewicht vorbeugen können. Dahinter steht die Erwartung, dass Kinder, die mehr kalorienfreies Trinkwasser aufnehmen, den Verzehr zuckerreicher Getränke einschränken und damit langfristig eine hohe Energiezufuhr vermindern. Gegenüber anderen Studien zur Übergewichtsprävention bei Kindern, zeichnet sich diese Untersuchung dadurch aus, dass sie Maßnahmen zur Verhaltensänderung (Wissensvermittlung im Unterricht) und Verhältnisänderung (erleichterter Zugang zu Trinkwasser aus Spendern) miteinander verbindet.
Die Interventionsgruppe bildeten ca. 1.600 Zweit- und Drittklässler aus 17 Dortmunder Grundschulen. Die Kontrollgruppe, in der keine Interventionen stattfanden, umfasste etwa 1.300 Schüler der 2. und 3. Klassen aus 15 Grundschulen in Essen. Es handelte sich jeweils um Schulen aus sozial schwächeren Stadtteilen. Die Forscher hatten sich hierauf beschränkt, weil einerseits Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten weitaus häufiger übergewichtig sind als Altersgenossen aus anderen sozialen Schichten und andererseits Gegenmaßnahmen, die auf individuelle Verhaltensänderungen zielen, in dieser Gruppe seltener zum Erfolg führen. In den Interventionsschulen wurden zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 Trinkwasserspender installiert. Die Lehrer dieser Schulen führten zudem eine vierstündige Unterrichtsreihe durch, in der sie ihre Schüler über die Bedeutung von Wasser für den menschlichen Körper aufklärten. Als weiteren Trinkanreiz erhielt jedes Kind eine eigene Wasserflasche. So konnten sich die Kinder jederzeit mit Trinkwasser versorgen. Den Kontrollschulen in Essen wurden die Trinkflaschen, Unterrichtsmaterialien und Trinkwasserspender erst am Ende der Intervention – also am Ende des Schuljahres 2006/2007 - zur Verfügung gestellt.
Um die Wirksamkeit der Intervention überprüfen zu können, wurden sowohl an den Interventions- als auch an den Kontrollschulen zu Beginn und am Ende des Schuljahres 2006/2007 verschiedene Daten von den Kindern erhoben (u.a. Körpergewicht, Körpergröße, Getränkeverzehr innerhalb der letzten 24 Stunden sowie übliche körperliche Aktivität).

Das Ergebnis der Studie: Die Kinder der Interventionsschulen verbesserten ihr Trinkverhalten, d. h. sie tranken nicht nur während der Schulzeit mehr (+ 0,6 Gläser pro Tag) sondern auch über den ganzen Tag gesehen stieg die Trinkmenge an (+ 1,5 Gläser). Erfreulich zu beobachten war auch die veränderte Getränkeauswahl der Kinder: Sie tranken während der Intervention mehr Wasser (+ 1,2 Gläser täglich) und weniger süße Getränke wie z.B. Limonaden oder Säfte (- 0,2 Gläser).
Weiterhin war zu beobachten, dass zu Beginn der Studie sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe etwa gleich viele Kinder übergewichtig waren. Während des Untersuchungszeitraumes veränderte sich dies: Es wurden deutlich weniger normalgewichtige Schüler von Interventionsschulen übergewichtig (3,8 Prozent) im Vergleich zu normalgewichtigen Schülern der Kontrollschulen (6 Prozent wurden hier übergewichtig).

Die Wissenschaftler, die die Studie begleiteten zogen als Fazit aus der Untersuchung, dass „Trinkfit – mach mit!“ durch Förderung eines verbesserten Trinkverhaltens der Kinder dazu beitragen kann, den Aufwärtstrend beim Übergewicht abzuschwächen.

Zum Erfolg des Experiments hatte sicher auch der geringe Aufwand für die Schulen beigetragen. So waren Unterrichtsreihe und -materialien vom FKE konzipiert und zur Verfügung gestellt worden. Auch die Kosten für die Maßnahme waren mit 13 Euro pro Kind und Jahr vergleichsweise gering. Dazu kamen einmalig 2.500 Euro für den Wasserspender. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesverband der Gas- und Energiewirtschaft gefördert.

Für Grundschullehrer, die sich für das Thema Trinkverhalten von Kindern interessieren, ist ein Infoflyer zur Aktion „Trinkfit – mach mit!“ im Internet verfügbar. Er gibt Tipps, wie in der eigenen Klasse ein Trinkfit-Projekt umgesetzt werden kann: Infoflyer PDF

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