Die Bezeichnung Aphrodisiakum stammt aus dem Griechischen und ist auf Aphrodite, genauer auf das ihr zu Ehren gefeierte Fest Aphrodisia, zurückzuführen. Während des Festes wurden anregende und erotisierende Kräuter eingenommen, die der Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde geweiht waren.
Neues Leben für das Liebesleben
Schon seit frühesten Zeiten hat man versucht, mit Pflanzen dem Liebesleben auf die Sprünge zu helfen und auch die Fruchtbarkeit zu verbessern. Dabei wurden die grünen Helfer auf die verschiedenste Weise eingesetzt. Viele schworen auf Äste der Birke, Hasel, Weide und des Wacholders, andere wieder auf die Zweige des Rosmarins, Liebstöckels oder des Beifußes. Je nach der zu erzielenden Wirkung wurde zwischen aphrodisierenden Pflanzen und Liebeszauber-Pflanzen unterschieden. Zu letzteren gehören Kräuter, deren potenzsteigernde Wirkung eher auf Sympathieglauben beruhten – etwa wegen der "Liebe" im Namen oder wegen des optischen Erscheinungsbildes.
Sinnliche Kräuter und Gewürze
Neben den vielen Substanzen, die aus reinem Aberglauben als aphrodisierend gelten, gibt es natürliche Aphrodisiaka, vorwiegend Kräuter und Gewürze, genossen als Speisenzutat oder Kräutertee. Sie wirken mit unterschiedlicher Intensität auf unseren Körper sowie unsere Psyche und können anregende Wirkungen entfalten. So gelten
Zimt,
Vanille, Safran,
Ingwer, Moschus und Myrrhe als natürliche Aphrodisiaka, ebenso wie Koriander, Thymian und Basilikum und
Muskatellersalbei.
Auch wenn ein großer Teil der Bevölkerung heute noch an die aphrodisierende Wirkung von verschiedenen Pflanzen glaubt, ist die Wirkung einiger Nahrungsmittel bisher nicht nachgewiesen worden. Gerade als Aphrodisiakum sprechen Wissenschaftler manchen Kräutern und Gewürzen eher eine Placebowirkung zu, was aber schon eine große Hilfe sein kann.
Grüne Stimmungsmacher
Köstliche aromatische Kräutertees versprechen vielleicht mehr als reinen kulinarischen Genuss. Minze soll nicht nur für frischen Atem sorgen, was natürlich sehr günstig ist, sie enthält auch Stoffe, die sich als Lust steigernd erwiesen haben und sich positiv auf die Stimmung auswirken. Salbei gilt vor allem wegen seines Duftes – wie andere Kräuter auch – als stimulierend. Fenchel wird seit dem Mittelalter in arabischen Rezepten verwendet. Besonders auf Frauen soll Fenchel eine Libido steigernde und gleichzeitig beruhigende Wirkung haben.
In der Muskatnuss ist ein ätherisches Öl enthalten, das uns in eine heitere Seelenlage versetzt, die Sinne schärft und das Empfindungsvermögen verbessert. Und schon die Römer schworen auf Thymianbäder vor Zusammenkünften mit der Erwählten als Reiz förderndes Mittel.
Einsatz als stimulierende Speisenzugabe fand Thymian zudem während der Renaissance bei den Franzosen. Basilikum verführt wiederum mit seinem intensiv pfeffrig-anregenden Duft und war das Aphrodisiakum der Madame Pompadur, die als "so frigide galt wie eine Trauerente". Die aphrodisierende Wirkung des Basilikums wurde in Studien nachgewiesen: Es kommt zu einer Steigerung der Blutfülle im Bauch- und Beckenbereich sowie in den Sexualorganen.
Probieren geht auch hier über Studieren
Die Vanille war bereits im alten Amerika ein begehrtes Gewürz und Aphrodisiakum. Der Duftstoff, das Vanillin, ist chemisch verwandt mit den Pheromonen, den Sexuallockstoffen des Menschen. Eine Tasse Kräuter- oder Früchtetee mit Vanille verströmt nicht nur einen wunderbaren und vielversprechenden Duft, sondern schmeckt nebenbei noch köstlich.
Ganz egal, ob wissenschaftlich belegt oder doch nur Aberglaube – das Ausprobieren der verschiedenen Pflanzen macht auf jeden Fall Spaß! Und angenehm entspannend ist eine Tasse Kräutertee in jedem Fall.