Betörend und kostspielig – Vanille
Die Vanille (Vanilla planifolia) gehört zur rund 18.500 Arten umfassenden Gattung der Orchideen und ist Einzige unter ihnen, die als Nahrungsmittel Verwendung findet. Die aus Mexiko stammende immergrüne Kletterpflanze war schon bei den Mayas und Azteken wegen ihres einzigartigen Aromas äußerst beliebt. Seit das edle Gewürz von den Spaniern um 1520 nach Europa gebracht wurde, ist es auch aus der hiesigen Küche nicht mehr wegzudenken. So verleiht die Vanille nicht nur zahlreichen Süßspeisen, Kuchen und Milchgetränken ihre unverwechselbare Note, sie ist auch als beliebte Zutat in zahlreichen Kräuter- und Früchtetees zu finden.
Tropisches Gold für Genießer

Vanille |
Jahrhunderte bevor die Spanier landeten, wussten die Azteken schon um die Verwendung der Vanille und würzten ihre Speisen und Getränke mit der geschmacksintensiven Schote. Ihr Herrscher Moteczum schätzte die feine, süßlich-herbe Würze der gemahlenen Vanille, um sein Schokoladengetränk Tlilxochitl zu verfeinern. Vanille war aber auch ein gesellschaftliches Privileg und damit ausschließlich den hoch stehenden Mitgliedern des Aztekenreiches vorbehalten. Auch heute noch ist echte Vanille eine kostspielige Delikatesse, da ihr Anbau und die Weiterverarbeitung viel Handarbeit erfordert. Nach Safran ist sie das zweitteuerste Gewürz der Welt. Als Zutat in Kräuter- und Früchtetees ist der aromatische Genuss der Vanille für jeden erschwinglich. In Europa wird primär die berühmte Bourbon-Vanille gehandelt. Die als beste geltende Sorte ist nach der Insel Bourbon (heute La Réunion) benannt.
Aufwendiger Anbau
Vanille zählt zu den kletternden, amphotenen Orchideen, da sie an Stützpflanzen hoch wächst und sich dort mit Haftwurzeln festhält. Sie kann im ihr angenehmen Schatten der Urwaldbäume bis zu 30 Meter lang werden und ist damit eine der größten ihrer Familie. Wird sie wirtschaftlich genutzt, hält man sie jedoch klein. Die Pflanze hat bis zu 25 cm lange, fleischige Blätter und gelblich-weiße, duftende Blüten, die sich nur einen Tag lang zur Bestäubung öffnen. Da sich ausschließlich eine mexikanische Bienenart zur Bestäubung eignet, entwickelte man eine künstliche Methode und öffnete der Vanille damit den Weg in andere tropische Länder. Inzwischen wird sie hauptsächlich auf Madagaskar, in Indonesien und Mexiko angebaut, die insgesamt kleine jährliche Menge liegt bei 7.000 Tonnen.
Nach sechs bis acht Monaten Wachstum können die Früchte geerntet werden. Sie sind nun etwa 30 cm lang, noch grün und ohne Aroma. Durch ein zeitaufwendiges Trocknungs- und Fermentierungsverfahren werden sie eingeschrumpft, wodurch sie ihre schwarzbraune Farbe erhalten. Jetzt hat sich auch das Vanillin gebildet, das der Vanille ihren typischen Duft verleiht. Schneidet man die Kapsel durch, so findet man im Inneren kleine braune Samenkörner – das Vanillemark. Es enthält etwa 1 - 3 % Vanillin und weit über hundert weitere Substanzen, die das herrliche Aroma abrunden. Im Handel sind die Früchte entweder als ganzes erhältlich, als gemahlenes Pulver vermahlen oder als Extrakt.
Rund ums Jahr begehrt
Ob im Eis oder Pudding – Vanille gehört zu den bevorzugten Aromen der Bundesbürger. Unangefochtener Liebling ist sie insbesondere bei Genießern von Kräuter- und Früchtetee. Zahlreiche Sorten gehen mit ihr eine reizvolle Liaison ein, wie Honeybusch-Vanille, Rooibos-Vanille, Apfel-Vanille, Vanille-Lemongras oder Kräutertee-Honig-Vanille. So ist für jede Jahreszeit und für jeden Geschmack etwas dabei – mal erwärmend, mal erfrischend – Hauptsache Vanille!
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