Fit im Winter mit Fenchel
Die alte Arznei-, Gewürz- und Gemüsepflanze Fenchel gewinnt hierzulande immer mehr Freunde. So tranken die Deutschen in 2005 allein von Fencheltee gleich 1,3 Mrd. Tassen, 2,4% mehr als im Vorjahr. Neben einem süßlich-aromatischen Genuss bietet Fencheltee natürliche Hilfe bei Magen- und Darmbeschwerden sowie Erkrankungen der Atemwege. Die im Fenchel enthaltene Mischung aus ätherischem Öl, Mineralien, Vitaminen, Zucker, Stärke und Eiweiß verfügt über erstaunlich viele wohltuende Eigenschaften. So bindet das krautige Gemüse sogar Gift und Fettstoffe im Darm und soll dadurch entgiftend, cholesterin- und blutfettsenkend wirken.

Fenchel |
Aus dem Orient zu uns
Die Fenchelpflanze stammt ursprünglich aus dem Orient. Erst im 9. Jahrhundert haben sie Benediktinermönche über die Alpen gebracht und in unseren Breiten angepflanzt. Als Kind des Morgenlandes liebt Fenchel einen warmen, feuchten, gut durchlässigen und kalkhaltigen Boden. Bereits Mitte April wird ausgesät, wenn nur der Fenchelsamen geerntet werden soll. Wird das Kraut benötigt, sind Aussaaten bis Mitte Mai möglich. Je nach Erntemethode unterscheidet man zwei verschiedene Fenchelsorten: Zum einen die "Kammware", bei der die Früchte jeweils zum optimalen Reifezeitpunkt mit Spezialwerkzeugen ("Kämme") geerntet werden, um eine besonders hohe Qualität zu erhalten. Und zum anderen die "Strohfenchel", die nach dem Mähen in Bündeln nachgetrocknet und anschließend gedroschen werden.
Robuste Öko-Pflanze
Fenchel eignet sich ausgesprochen gut für den ökologischen Anbau, da er robust und wenig krankheits- und schädlingsanfällig ist. Nur Frost mag er gar nicht - gibt man ihm allerdings einen Winterschutz, ist sogar eine mehrjährige Ernte möglich. In Deutschland wird die Pflanze hauptsächlich in Hessen angebaut und in der Zeit vom August bis November verkauft. Das Hauptangebot von Oktober bis Mai stammt aus Importen von Italien, Frankreich und Spanien.
Zubereitung in Topf …
In der Küche macht sich der Vielseitige auf dreierlei Arten beliebt: als Gewürzfenchel mit süß schmeckenden Früchten, als Gemüsefenchel, von dem die jungen Blattsprossen verzehrt werden, und als Bitterfenchel, dessen Früchte wertvolle ätherische Öle enthalten. Italien macht uns vor, wie die Knolle und die Blattstiele genossen werden können - roh, als Salat oder wie Obst als Nachspeise. Darüber hinaus werden Fenchelknollen gekocht, gedünstet oder geschmort als Warmgemüse zu verschiedenen Fisch- und Fleischgerichten gereicht.
… und Tee-Tasse
Fencheltee ist nicht nur wegen seines aromatisch süßlichen Geschmacks in der Tasse beliebt. Als altes Hausmittel wird er gerne bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und bei Atemwegserkrankungen angewandt. Fencheltee und Fenchelhonig haben sich vor allem in der Kinderheilkunde zur Behandlung dieser Beschwerden einen Namen gemacht, da sie sehr wohlschmeckend und dementsprechend bei Kindern sehr beliebt sind. Bei Babys sollte man auf Kinderfencheltee aus dem Handel zurückgreifen.
Um wie bei allen Naturprodukten möglicherweise enthaltene krankheitserregende Keime zu beseitigen, muss man immer frisches, kochendes Wasser für den Aufguss verwenden und niemals den Tee oder das Wasser in der Mikrowelle erhitzen!
Zu guter Letzt noch ein Tipp für die Diät nach den Feiertagen: Im Mittelalter wurden während der Fastenzeit Fenchelsamen gegessen, um das Hungergefühl zu vertreiben und bei Kräften zu bleiben.
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Fenchel 9.62 MB
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