Mate

Trug oder Trank der Götter?

Nicht nur in Südamerika gilt Mate-Tee als außergewöhnliches Getränk mit fabelhaften Eigenschaften. So werden ihm auch hierzulande viele gute und gesunde Wirkungen, darunter stärkende, belebende und antioxidative, zugesprochen sowie die Unterstützung jeder Diät. Zahlreiche Studien haben sich mit den Inhaltsstoffen des Strauches beschäftigt, um Wunsch von Wirklichkeit zu trennen. Der Stand der Forschung ist dabei durchaus nicht so unumstritten, wie man annehmen kann.

Mate
Mate-Tee wird aus den Blättern des gleichnamigen Strauches (Ilex paraguariensis A. St.-Hil.) zubereitet. Die natürlicherweise im Unterholz wachsende Pflanze fühlt sich in den Hochebenen Südamerikas, zwischen dem 20. und 30. Breitengrad, d. h. im Süden Brasiliens, in Paraguay, Uruguay, Bolivien sowie im nördlichen Argentinien wohl. Für die Verarbeitung zum Tee werden ganze Zweige kurzzeitig Temperaturen von rund 300°C ausgesetzt. Anschließend werden die Blätter bei ca. 80° - 100°C bis zu 24 Stunden getrocknet, dann geschnitten oder zu Pulver gemahlen. Durch diese ursprüngliche Verarbeitung erhält der Mate-Tee seinen typisch rauchigen Geschmack.

"Brot" der Indios
In den Legenden der Eingeborenen Südamerikas, der Indio Guarani, wurden bereits vor 1000 Jahren die hilfreichen Eigenschaften von Mate beschrieben. Demnach soll das dunkelbraune Getränk anregend sein, stark und kräftig machen und außerdem den Hunger dämpfen. In den Überlieferungen heißt es, dass sich die Indios auf tagelangen Streifzügen ausschließlich von Mate ernährten, ohne an Stärke zu verlieren. Jesuiten waren die ersten, die sich wissenschaftlich mit der Wirkung des Strauches beschäftigten. Während ihrer missionarischen Tätigkeit in Südamerika im 16. und 17. Jahrhundert bauten sie Mate erstmalig in größeren Plantagen an.

Wundermittel oder Legende?
Bis heute liegen seit den ersten Erkenntnissen der Jesuiten zahlreiche Studien vor, die immerhin einige der Attribute belegen konnten. Die beobachtete anregende Wirkung, legendär gegen „körperliche und geistige Ermüdung“, lässt sich auf den Gehalt an Koffein zurückführen. Dieses in Mate enthaltene Koffein wird durch spezielle Verbindungen mit anderen Wirkstoffen langsam an den Körper abgegeben, wodurch seine belebende Wirkung länger anhält und es als besonders verträglich empfunden wird.

Eine Erklärung für die Überlieferung, dass Mate von den Guarani Indios als Nahrungsmittelersatz verwendet wurde, könnte der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Die ermittelten Werte schwanken aber sehr stark, was in den verschiedenen Anbauregionen und Verarbeitungen begründet ist. Einig ist man sich lediglich in Bezug auf das Vitamin C, das nicht in hohen Dosen enthalten ist, sowie im Bezug auf das essentielle, also lebensnotwendige, Spurenelement Mangan, das häufig in hohen Dosen gemessen wurde.

Tendenz gut – weitere Forschungen nötig
Die in Mate in großen Mengen enthaltenen Caffeoylchinasäuren bewirken einen weiteren positiven Effekt: die antioxidative Wirkung. In Tests konnte belegt werden, dass er mit der Wirkung von grünem Tee vergleichbar ist. Nicht zuletzt wurden die positiven Aspekte von Mate in Zusammenhang mit Gewichtsreduktion vielfach untersucht und konnten auch in geringem Umfang belegt werden. Jedoch die großen Unterschiede in den Blättern erschwerten auch hier bislang eine rationale Bewertung.

So bleibt das „grüne Gold der Indios“ noch eine Weile sagenhaft. Bis neue spannende Ergebnisse vorliegen, kann sich jeder Mate-Genießer an den Legenden orientieren. Es ist zwar noch nicht alles belegt, aber eben auch nicht widerlegt. Zweifellos und unumstritten bietet Mate belebenden Genuß.