Orientalische Winterwürze – Kardamom
Was wäre die kalte Jahreszeit ohne köstlich duftende Gewürze? Eine kleine Kostbarkeit für aromatische Genüsse bei Frost und Schnee ist das aus Asien stammende Ingwergewächs Kardamom. Mit ihrem balsamischen, süßlich-scharfen Aroma verfeinern die Samen so manches Gebäck und vor allem viele winterliche Kräuter- und Früchtetee-Mischungen.
Ursprünglich stammt Kardamom aus Südindien, Sri Lanka und Thailand, aber schon die Griechen und Römer kannten die Frucht als Parfümessenz. Die Verwendung könnte sogar noch althergebrachter sein, wahrscheinlich wurde Kardamom bereits 700 vor Christus als Gewürz und Heilmittel in den königlichen Gärten von Babylon angepflanzt.
Wohlig wärmend
In Südostasien ist Kardamom fixer Bestandteil von Curry-Mischungen und darf auch in keinem Chai-Tee fehlen. Er schmeckt leicht scharf, etwas nach Ingwer und wildem Majoran, aber auch ein bisschen süß. Dieser raffinierte Aromenmix macht das Gewürz zu einer vielseitigen Zutat von Kräuter- und Früchteteemischungen. So erhalten nicht nur ayurvedische Teemischungen ihre exotische Note vom Kardamom. Auch zum Beispiel Rotbuschtee, Hagebutten- und Hibiskustee werden mit dem schmackhaften Samen und weiteren winterlichen Gewürzen wie Zimt und Vanille zu heißen Wohlfühlpunschen.
Kardamomsamen enthalten hauptsächlich ätherische Öle, die als verdauungsfördernd, blähungstreibend sowie antibakteriell gelten. Früher wurden sie auch als Arznei bei verdorbenem Magen oder nach Völlereien verordnet. Wie viele aromatisch-scharfe Gewürze des Orients galt Kardamom zudem als Aphrodisiakum.
Handgeernteter Hochgenuss
Der Kardamomstrauch wird in Plantagen angebaut. Die Samenkapseln des bis zu drei Meter hohen Strauches werden in regelmäßigen Abständen geerntet, da sie nicht zur gleichen Zeit heranreifen. Die Ernte erfolgt auch heutzutage noch mit der Hand, was Kardamom zu einem der teuersten Gewürze macht. Nicht zuletzt deshalb wird er auch eher sparsam verwendet. Die Samenkapseln werden „unreif", das heißt bevor sie aufspringen, geerntet und in Trockenkammern oder in der Sonne getrocknet. Das eigentliche Gewürz sind die Samen, die gemahlen oder als ganzes in den Handel gelangen. Sie werden aber zuerst in den Kapseln gelassen, damit das Aroma nicht verfliegt. Als beste Handelssorte gilt Malabar-Kardamom.
Druckfreundliche Ansicht