Heidelbeere

Die Feine aus schattigen Wäldern

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.) gehört in der Bundesrepublik zu den beliebtesten Beeren. Die kleine, schwarzblaue Frucht ist nicht nur frisch vom Zwergbusch gepflückt eine gesunde Köstlichkeit, sie findet auch vielfältige Verwendung in der Küche, zum Beispiel als Marmelade, Kompott oder Kuchen. Nicht zuletzt bereichert die an Vitaminen und Mineralien reiche „Blaublütige“ getrocknet so manchen Kräuter- und Früchtetee mit ihrem süßen Aroma und der unverkennbaren Farbe.
Die deutsche Bezeichnung der Heidelbeere hat ihren Ursprung wohl in “auf der Heide wachsende Beere”. Aber viele weitere Bezeichnungen finden sich für die leckeren blauen Beeren, wie z.B. Schwarzbeere, Bickbeere, Mostbeere, Hällbeere und - natürlich wegen ihrer Farbe - Blaubeere.

Heidelbeeren wachsen von Juli bis September an der gleichnamigen bis zu 60 cm hohen Pflanze, die zur Familie der Erikagewächse gehört. Die Zwergbüsche sind in der gesamten kalten und gemäßigt kalten nördlichen Hemisphäre als Wild- und Kulturform weit verbreitet. Die tief wurzelnden Heidelbeeren bevorzugen nährstoffarme und saure Böden, vorwiegend in Heide- und Moorlandschaften oder in lichten Wäldern.

Sagenhaft ein göttlicher Gruß
Manche Menschen glaubten früher, Heidelbeeren wüchsen besonders dicht an den Eingängen zu den Schatzhöhlen der Zwerge. Um diese freundlich zu stimmen, durfte man Beeren, die beim Sammeln zu Boden fielen, nicht aufheben. Später wurde aus diesem „Beerenopfer“ ein Gruß an die Mutter Gottes. Und so nannte man sie auch „Muttergottesbeeren“.
Im Spessart gibt es eine Sage, nach der die Heidelbeeren aus den Perlen eines Rosenkranzes entstanden seien. Eine alte Frau hatte während einer Hungersnot so inständig zu einer Madonnenstatue in einer Waldkapelle gebetet, dass die Heilige aus den Rosenkranzperlen, die sie in der Hand trug, Heidelbeeren werden ließ.

Wohltuend wirkungsvoll
Heidelbeeren schmecken nicht nur köstlich erfrischend, wie die meisten Beeren sind sie auch sehr gesund. Sie enthalten viele Vitamine - Vitamin C, Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe - Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Eisen, Kalzium, Kalium, Zink, Kupfer und Phosphor. Außerdem sind sie reich an sekundären Pflanzen- und Farbstoffen, die – ähnlich wie bei blauen Trauben und Holunder – für die starke bläuliche Färbung verantwortlich sind und die Immunabwehr stärken, die Zellen schützen und als Radikalenfänger gelten.

Im Mittelalter war die Äbtissin Hildegard von Bingen die Erste, die die Heilwirkung der kleinen Beere beschrieb. So wirkt der hohe Anteil an Gerbsäuren leicht keimtötend. Da diese an bestimmte Zucker gebunden sind, die erst im Darm aufgelöst werden, reizen sie den Magen nicht. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man Heidelbeeren im getrockneten Zustand sogar als wohltuenden Früchtetee bei Darmbeschwerden wie Diarrhöe trinken.

Ganzjährig als Früchtetee genießen
Aber hauptsächlich wird die Heidelbeere wegen ihres köstlichen Aromas geschätzt. Ihr unverwechselbarer süßlicher Geschmack macht sie frisch geerntet zu einem begehrten Gut in der Küche. Getrocknet, als Zutat zu Kräuter- und Früchtetee, kann das Sommerkind rund um das Jahr genossen werden. Die Heidelbeere edelt viele Mischungen mit ihrem bezaubernden Geschmack: in Kombination mit Brombeeren, Erdbeeren und Hagebutte fruchtig-frisch oder zum Beispiel mit Vanille beerig-fein.