Rosmarin

Der aromatische Wachmacher

Rosmarin, der „Meertau“, hatte einst für die Menschen von der Hochzeit bis zum Grabe eine starke Symbolkraft. Heute schätzt man das im Mittelmeerraum beheimatete Kraut besonders als aromatisches und geschmackvolle Zutat in Speisen und Kräuter- und Früchtetees.

Immergrüner Liebeszauber
Ros Maris, Tau des Meeres, nannten die Römer die immergrüne Pflanze wegen der Feuchtigkeit, die sich während der Nacht auf ihr niederschlägt. In seiner griechischen Heimat war der bis zu zwei Meter hohe Kräuterbusch der Göttin Aphrodite geweiht. So war Rosmarin als Sinnbild der Liebe und Treue seit der Zeit Karls des Großen in Europa als Hochzeitsblume verbreitet. Und damit es überhaupt zur Ehe kam, half ein blühender Rosmarinzweig: Derjenige, der damit berührt wurde, sollte sich verlieben und heiraten.

Kopfschmuck oder Tee für Klarsicht
Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.) bietet aber noch viel mehr als symbolische Eigenschaften: Im alten Griechenland trugen die Studenten für einen wachen Geist und Konzentration Rosmarinkränze um den Kopf – eine Tässchen Rosmarintee hat heute den selben Effekt. Als angenehme Nebenwirkung wird durch einen aromatischen Kräutertee mit Rosmarin auch noch das Immunsystem gekräftigt und als Wachmachkraut ist das Heißgetränk ideal als Ersatz für den morgendlichen Kaffee.
Auch so manches Zipperlein kann durch seine krampflösende und antiseptische Wirkung mit dem kleinblättrigen Pflänzchen gelindert werden.

Beliebt in Tasse und auf Teller
Der intensiv und unverwechselbar duftende Rosmarin enthält unter anderem ätherische Öle, Flavonoide, Glycolsäure, Bitterstoffe, Saponine und Harz. Sein Geschmack - harzig und leicht bitter – erinnert etwas an Kampfer und Eukalyptus. Als reines Genussmittel ist der „Meertau“ in der modernen Küche nicht mehr wegzudenken, ob frisch oder getrocknet. Und so mancher Kräuter- und Früchtetee-Mischung verleiht er den besonderen aromatischen Akzent.