Sanddorn

Zitrone des Nordens

Sanddorn (Hippophae rhamnoides L.) hat in den letzten Jahren eine steile Karriere gemacht. Fristete die einheimische Obstsorte früher eher ein Schattendasein, sind die Beeren heute heiß begehrt. Die leuchtend roten Früchtchen bieten ein breites Spektrum an wertvollen Inhaltstoffen und werden als aromatische Zutat in Kräuter- und Früchtetees immer beliebter. Der säuerliche Geschmack verleiht zum Beispiel Rooibos eine frische Note und verbindet sich mit süßem Obst zu einer raffinierten Früchtetee-Komposition.

Der Sanddorn ist als frische Frucht ein wichtiger einheimischer Vitamin-Lieferant. Neunmal so viel Vitamin C wie in Zitrusfrüchten warten unter der Schale. Das hat dem Sanddorn sein Synonym eingebracht: "Zitrone des Nordens". Aber noch mehr Vitamine und gesunde Inhaltsstoffe kann die Strauchfrucht aufbieten: Vitamine B, C, E und K sowie einen ganzen Strauß voll Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalzium, Magnesium, Mangan und Eisen. Eine pflanzliche Besonderheit ist das Vitamin B12, das in den Beerenschalen gespeichert ist. Vitamin B12 findet sich nur in wenigen Nahrungsmitteln, vor allem aber in Fleisch oder Milch.
Aber seine steigende Beliebtheit verdankt der Sanddorn seinem herb säuerlichen Geschmack, der zur Kreation allerlei raffinierten Köstlichkeiten anregt. Für alle raffinierten Zubereitungen aus Sanddorn werden nur seine Beeren verarbeitet, auch für die unzähligen Kräuter- und Früchteteevariationen.

Von der wilden zur wichtigen Pflanze
Sanddorn gehört zu den Ölweidengewächsen. Wegen seiner hohen Anpassungsfähigkeit ist er ebenso in Küstenregionen wie in hohen Gebirgslagen anzutreffen. An den Küsten der Nord- und Ostsee spielt der Busch aufgrund seines weit verzweigten Wurzelwerks auch zur Befestigung der Küstenregionen eine wichtige Rolle.
Die wirtschaftliche Nutzung begann 1940. Deutsche Forscher suchten nach Wegen, den Vitaminbedarf der deutschen Bevölkerung mit einheimischen Pflanzen zu decken. Nach der Entdeckung des hohen Vitamingehalts des Sanddorns wurde ein systematischer Anbau in den Küstenregionen betrieben. Auch in der ehemaligen DDR wurde später die Verbreitung des Sanddorns aus den gleichen wirtschaftlichen Motiven gefördert. Die damaligen Kultivierungs- und Züchtungsversuche der Wildpflanze tragen heute reichliche Früchte. Entlang vieler Küstenstriche der Ostsee wird Sanddorn alljährlich mit speziellem Gerät "gemolken". Sanddorn ist stachelbewehrt, deshalb werden seine Früchte mit einer Art groben Bürste in Eimer abgezogen.

Vielseitig lecker
In Kombination mit milden oder süßlichen Kräuter- und Früchteteesorten wie Rotbusch oder Honeybusch, kommt sein saurer Geschmack besonders harmonisch zur Geltung. Erfrischender wird sein Aroma mit Früchten wie Heidelbeere, Hagebutte oder Holunder. Winterlich wird es mit weiteren aromatischen Zutaten wie Zimt und Vanille.