Zitronenverbene

Die fruchtig-frische Wohltat

Wenn sich der Winter langsam verabschiedet, ist eine Tasse mit heißer Aloysia citriodora Palau oder Lippia triphylla (L ́Hér.) Kuntze eine wahre Wohltat. Hinter diesen blumigen Namen - Aloysia soll angeblich an die Ehefrau von König Carlos IV. von Spanien, Maria Luisa Teresa de Parma (1751 - 1819), erinnern - verbirgt sich die aromatische Kräuterpflanze Zitronenverbene. Ursprünglich aus Südamerika stammend, war sie noch vor 100 Jahren wegen ihres üppigen, strauchartigen Wuchses eine beliebte Zierpflanze, die zwischenzeitlich allerdings ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Zitronenverbene
Auch in den heimischen Küchen wird sie selten verwendet, obwohl sie, ebenso wie andere zitronenduftende Pflanzen, ausgezeichnet zu Fisch passt oder zur Aromatisierung von Süßspeisen oder Sommergetränken dienen kann. Eine Bereicherung ist die Zitronenverbene aber vor allem für viele Kräutertee-Mischungen, denn aus ihren Blättern lässt sich ein wohltuender, zitronig-frischer Tee bereiten.

Duftendes "Zitronenkraut" ...
Die hübsche Zitronenverbene, die eine Größe bis zu 2 m erreichen kann, wächst bevorzugt an warmen, sonnigen und windgeschützten Plätzen. Ihre Haupterntezeit ist von Juli bis September. Die für den Kräutertee verwendeten Blätter trocknen sehr schnell und müssen lichtgeschützt gelagert werden, um das beliebte Aroma zu bewahren. Der Name Zitronenverbene ist auf ihre schlanken, bis zu 10 cm langen Blätter zurückzuführen, die beim Zerreiben einen reinen, fruchtigen Zitronenduft verbreiten. Die weiß-violetten Blüten verraten am ehesten ihre Verwandtschaft mit den Eisenkrautgewächsen, was dazu führt, dass sie leicht mit unserer heimischen Verbena officinalis, dem "Verbenenkraut" verwechselt wird. Dieses schmeckt im Gegensatz zur Zitronenverbene bitter, hat eine entwässernde Wirkung und wird als Arzneitee angewandt.

... als Wohltat für Körper...
Unter den zahlreichen Wirkungen, die in der Volksmedizin mit der wohlschmeckenden Zitronenverbene verbunden werden, sollte vor allem die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung erwähnt werden. So wird Verbenentee in Frankreich besonders gerne nach dem Essen getrunken. Beliebt sind vor allem Mischungen mit Melisse und Minze, die den duftigen Geschmack der Zitronenverbene abrunden und ihre wohltuende Wirkung unterstützen.

...und Seele
Wegen ihres aromatischen Zitronenduftes werden die ätherischen Öle dieser Verbeneart auch in der Parfum- und Kosmetikproduktion verarbeitet. Wer fit in das Frühjahr starten will, kann mit dem zitronenfrischen Kraut auch positiven Einfluss auf den Stoffwechsel und das Immunsystem nehmen und mit einem duftenden Entspannungsbad, für das die Blätter als Badezusatz verwendet werden, die Winter-Müdigkeit und -Depressionen vertreiben. Als "Digestif" genossen bringt Verbenentee ein Stück französische Lebensart in den Alltag.