Kräuter- und Früchtetee

Produkte mit antioxidativer Aktivität

Kräuter- und Früchtetees erfreuen uns nicht nur mit purem Genuss, sie können noch viel mehr: Sie enthalten so genannte Flavonoide, Schädigungen von Körperzellen vorbeugen können. Durch das Forschungsprojekt wird belegt, dass die im Getränk/Aufguss enthaltenen Stoffe durch den Genuss von Kräuter- und Früchtetees auch dem Körper zur Verfügung stehen.

Die von der Universität Braunschweig und der Universität Hannover durchgeführte Studie (2007 bis 2010) untersuchte den Gehalt der Hauptflavonoide in ausgewählten Kräuter- und Früchtetees sowie deren Veränderung durch Lagerung. Im Rahmen einer Humanstudie wurde insbesondere die Bioverfügbarkeit bestimmter Flavonoide aus Holunderblüten- und Rotbuschtee erforscht.

Kleine Kämpfer für die Gesundheit
Flavonoide sind eine Gruppe von wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen, die in den 1930er Jahren durch den ungarischen Nobelpreisträger Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt entdeckt wurden. Der Name „Flavonoide“ leitet sich von lat. flavus = gelb ab, weil sie häufig eine gelbe Farbe besitzen. Wie andere Polyphenole sind auch Flavonoide hochwirksame Antioxidanzien. Das bedeutet, dass sie „freie Radikale“ im Körper binden können. Diese freien Radikale sind sehr reaktive Verbindungen und entstehen beispielsweise durch die UV-Strahlung der Sonne. Auch auf den Alterungsprozess im Gehirn haben die freien Radikale Einfluss. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass bevor diese Radikale eine Schädigung von DNA, Proteinen oder Lipiden im menschlichen Körper hervorrufen, Flavonoide möglicherweise diese hochreaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle inaktivieren und damit die oxidative Wirkung verhindern. Insofern wird für Flavonoide ein großes Potential hinsichtlich der Prävention bestimmter Krankheiten vermutet.

Flavonoide im Tee stabil und verfügbar
Die Ergebnisse der Studie der Universitäten Braunschweig und Hannover belegen, dass Flavonoide in fertigen, d.h. zunächst sprudelnd heiß aufgegossenen Rotbusch- und Holunderblütentees nachgewiesen werden können. Auch längere Zeit nach der Zubereitung von Kräuter- und Früchtetees sind Flavonoide noch nachweisbar: Selbst nach einer Lagerung von Rotbuschtee unter den extremsten getesteten Bedingungen – für ein Jahr bei 40° C – waren in dem Tee noch 50% seines ursprünglichen Flavonoidgehaltes vorhanden. Für Holunderblütentee war die Abbaurate der Flavonoide sogar noch niedriger als beim Rotbuschtee. Bei Tiefkühlung der fertigen Getränke lag der Abbau der hochwirksamen Stoffe im gleichen Zeitraum unter 10%.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde zudem untersucht, wie Flavonoide vom menschlichen Körper verstoffwechselt werden. Beispielsweise konnte nachgewiesen werde, dass Flavonoide nach dem Genuss von Rotbusch- oder Holunderblütentee im Organismus bioverfügbar sind und sie somit dort ihre potentiell positiven Wirkungen entfalten können. Es zeigte sich auch, dass die Bioverfügbarkeit von Flavonoiden aus Teeaufgüssen besser ist als aus einem Testgetränk, dem einzelne Flavonoide zugesetzt worden waren.

Kräuter- und Früchtetees liefern damit nachgewiesen einen Beitrag zur gesunden Ernährung. Neben Genuss und Wohlgefühl steigern sie nicht nur das positive Empfinden, sondern helfen dabei, schädliche Substanzen zu deaktivieren. Ein Grund mehr, die köstlichen Heißgetränke, die auch eisgekühlt hervorragend schmecken, häufiger zu genießen.

Den Kurz- und Schlussbericht der Studie „Flavonoide in ausgewählten Kräutertees – Bestimmung, Nutrikinetik, Veränderungen bei Extraktion und Lagerung“ finden Sie hier.